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Konsortialgeschäft Jobs und Stellenangebote
Wer ins Konsortialgeschäft einsteigen will, stolpert nicht selten erst mal über das große Wort. Klingt nach elaborierten Sitzungen in schwerem Holz, internationalen Verträgen und tickender Uhr im Hintergrund. In Wahrheit aber ist das Feld weniger exzentrisch, als viele vermuten – aber leichter wird’s dadurch auch nicht. Im Gegenteil: Konsortialgeschäfte erfordern eine Mischung aus mathematischer Präzision, diplomatischem Fingerspitzengefühl und einer gesunden Portion Pragmatismus. Manchmal frage ich mich selbst, wie viel Kaffeedurst und Durchhaltevermögen so ein Projektteam eigentlich mitbringen muss, um es von der ersten Marktansprache bis zur letztlichen Abwicklung durchzuziehen. Ziemlich viel, vermutlich.
Alltag im Konsortialgeschäft – das klingt für Außenstehende häufig nach anonymen Zahlenkolonnen und verschlungenen Deals zwischen Banken. Natürlich, es geht fast immer um große Summen, höchste Vertraulichkeit und koordinierte Zusammenarbeit zwischen mehreren Finanzinstituten. Aber der Schein trügt ein Stück weit: Im Kern steht die Kunst, komplexe Finanzierungsprojekte (denk mal an Bauvorhaben, Firmenübernahmen oder Infrastrukturprojekte) auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Motive? Gemeinsames Risiko, geballte Expertise, manchmal sogar schlichtweg: Notwendigkeit. Kein Institut will oder kann die gesamten Beträge allein stemmen – und genau da kommen die Spezialisten des Konsortialgeschäfts ins Spiel. Tagesgeschäft umfasst dann alles von der Konzeption und Strukturierung, Verhandlung der Vertragsbedingungen, bis zum feinmotorischen Management einzelner Kredittranchen. Interne Abstimmungsschleifen, Kontakte zum Kunden, rechtliche Besonderheiten: auch das erwartet einen – und reicht gelegentlich von A wie Ausschüttungslogik bis Z wie Zeitdruck vor Vertragsunterschrift.
Hand aufs Herz: Eine Karriere im Konsortialbereich fällt selten vom Himmel. Einen Masterabschluss in Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften? Fast eine Grundvoraussetzung – wenigstens für die gängigen Einstiegsmöglichkeiten bei Banken, Projektentwicklern oder Dienstleistern. Wer aus einer klassischen Sachbearbeitung kommt, kann den Sprung schaffen, aber braucht Durchhaltewillen und Offenheit für neue Rollenbilder. Die Aufgaben liegen oft quer zur klassischen Linienorganisation – und das macht’s für Einsteiger manchmal so herausfordernd wie aufregend.
Was viele unterschätzen: Es braucht keinen Allround-Genie, aber einen verdammt breiten Werkzeugkasten. Analytisches Denken, ausgeprägte Kommunikationskompetenz, Verhandlungssicherheit und eine Prise Hartnäckigkeit sind Pflicht. Englisch? Klar, meist unverzichtbar. Und wer unternehmerisches Denken nicht zumindest als Hobby pflegt, wird es spätestens bei der ersten cross-border Club-Deal-Struktur verinnerlichen müssen – notgedrungen. Natürlich, technische Tools, Datenbanken, Kommunikationstools prägen längst den Berufsalltag. Kein nostalgisches Papiergeschiebe mehr, sondern multidisziplinäre Projektarbeit. Wer’s mag: gut. Wer nicht – naja.
Jetzt zum brisanten Punkt – Gehalt. Immer wieder Thema an der Kaffeemaschine, seltener offen am Konferenztisch. Faktisch liegen Einstiegsgehälter im Konsortialgeschäft meist im soliden oberen Mittelfeld der Finanzbranche. Die genaue Höhe? Glaskugeln machen’s einem da auch nicht leichter, aber 50.000 € bis 70.000 € brutto jährlich zum beruflichen Start sind in urbanen Zentren keine Utopie, insbesondere bei großen Banken oder Corporate-Finance-Spezialisten. Auf dem platten Land fällt’s traditionsgemäß schmaler aus, wobei regionale Institute manchmal mit Zusatzleistungen (flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung, Betriebsrente) punkten – je nachdem, wie dringend die Fachkräfte sind.
Natürlich, nach einigen Jahren Erfahrung und mit entsprechender Projektverantwortung wächst das Gehalt – und das nicht zu knapp. Wer den Sprung zum Senior-Projektleiter schafft, kann ohne weiteres in sechsstellige Bereiche vorstoßen. Bedingung: Man sollte sich von Arbeitsspitzen, Wochenend-Mails und gelegentlicher Selbstzweifel-Phase nicht abschrecken lassen. Denn der vermeintliche Glamour hat eben einen Preis – den man erst begreift, wenn man erlebt, wie eine ausurfende Dealschleife die eigenen Wochenpläne pulverisiert.
Der Arbeitsmarkt für Konsortialprofis ist lebendiger als man denkt, aber viel durchlässiger als etwa bei Investoren oder klassischen Bankern. Der Nachwuchs wird vielerorts händeringend gesucht – sofern er Praxiserfahrung, interdisziplinäres Denken und Digitalisierungskompetenz mitbringt. Der digitale Umbau der Finanzbranche trifft das Konsortialgeschäft mit voller Breitseite: Automatisierungsprojekte, Projektplattformen oder gar Blockchain-Lösungen machen zwar nicht alles einfacher, sorgen aber für andere Jobprofile. Es reicht eben nicht mehr, nur Vertragsbedingungen zu prüfen oder Konditionen zu rechnen. Anpassungsfähigkeit ist gefragt – ob man will oder nicht.
Inhaltlich gewinnt das Thema Nachhaltigkeit stark an Bedeutung. Viele Großprojekte kommen ohne ESG-Konformität (Environmental, Social, Governance) gar nicht mehr zum Abschluss. Wer sich für nachhaltige Finanzierungslösungen interessiert, kann hier seine Nische finden – vorausgesetzt, er oder sie ist bereit, fachliches Neuland zu betreten. Und ja: Die vielzitierten Soft Skills machen inzwischen oft den Unterschied. Wer sich zwischen Zahlen, Juristerei und Menschliches in der Schwebe hält, ist gefragt wie nie. Ganz ehrlich, einen monothematischen Zahlenakrobat sucht man heute vergebens.
Wie wird man Teil dieser Welt? Klassische Wege führen über Traineeprogramme großer Banken, Seitenwechsel aus Corporate-Finance-Teams oder gezieltes Networking. Klingt nach einem mühsamen Parcours – ist es manchmal auch. Bewerbungsprozesse sind strukturierter, aber eben auch fordernder als noch vor Jahren: Case Studies, Assessment-Center, Videointerviews. Wer dabei die eigene Lernkurve betont und nicht als blankpolierter Fachroboter auftritt, hat echte Chancen. Workshops, Zertifikate, Zusatzqualifikationen: Nicht das Diplom allein zählt, sondern der Wille, über Tellerränder zu schauen.
Und für alle wechselbereiten Fachkräfte, die das Gefühl haben, im alten Job festzustecken? Zögern ist okay, aber zu lange zaudern bringt wenig. Die Branche ist flexibel genug, Quereinsteiger:innen Raum zu bieten, sofern sie ihren Mehrwert überzeugend darstellen können – und bereit sind, alte Routinen über Bord zu werfen.
Work-Life-Balance? Ach ja, dieses berüchtigte Unwort. Realistisch: Die 40-Stunden-Woche ist möglich, aber selten ein Dogma. Dafür bringt der Job viel Eigenverantwortung und überraschende Gestaltungsspielräume. Wer einen geregelten Karrierepfad sucht, wird sich gelegentlich die Augen reiben. Aber für alle, die keine Angst vor Komplexität, Tempo und Unwägbarkeiten haben: Die Konsortialwelt ist eine weit offene Spielwiese – voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen. Wirklich, manchmal frage ich mich, warum überhaupt noch jemand von einem langweiligen Bankjob spricht.
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